Japanwaldgras

Gräser wie Schilfgras schneiden?

Immer wieder zum Frühjahr (ab März) kommen Fragen zum Gräserschnitt auf wie: soll man Schilfgras schneiden?

Die Halme der Sommergrünen wie z.B. Pampasgras (Cortaderia), Chinaschilf (Miscanthus), Lampenputzergras (Pennisetum) oder Rutenhirse (Panicum) sind vertrocknet, ergraut, von Wind und Wetter zerzaust und danken einen scharfen bodennahen Schnitt im Februar, vor ihrem Austrieb.

Wer großflächig Gräserbeete angelegt hat, mag es mit der Sense oder der Sichel tun, wer die Gräser im Staudenbeet als dynamische und diplomatische Vermittler zwischen den verschiedenen Blütenschönheiten gepflanzt hat, nimmt besser die Schere.

Der Gräserschnitt dient nicht nur der „Ordnung“ im Beet, sondern er sorgt auch dafür, dass die Horste und auch die frühen zwiebeligen Nachbarn Licht bekommen und ungestört austreiben können.

So manches Pflänzchen, das zu Füßen und im geschützten Schatten der Gräserhalme stand, wird jetzt erst sichtbar und sorgt für freudige Überraschung.

Beim Schneiden sieht der erfahrenere Gärtner auch, welche Gräser sich mehr ausbreiten als ihm lieb ist, und entscheidet sich ggf. zur Teilung. Hierbei helfen ein Spaten und ein kräftiger Stich. Was zu viel ist, findet sicher Platz an anderer Stelle im Garten oder freut Nachbarn und Bekannte.

Schilfgras
Foto: elegrass. – Das Schilfgras, Miscanthus, vor dem Schnitt im späten Winter. Das Federgras, Stipa, (im Vordergrund) reagiert auf Schnitt empfindlich. Ein Kämmen mit dem Rechen ist eine praktische Alternative für alle, die es ordentlich wollen.

Gräser kann man nicht genug haben. Sicher nicht in Zeiten wie diesen. Denn da, wo sie einmal etabliert sind, brauchen sie außer dem Schnitt im Winter kaum Zuwendung. Sie sind äußerst robust und pflegearm und kommen auch gut durch die immer heißer werdenden Sommer. Sie überstehen auch die Ferien problemlos, ohne dass ständig gegossen werden muss.

Viele der wintergrünen oder immergrünen Gräser brauchen überhaupt keinen Schnitt. Sie sorgen für eine ganzjährig attraktive Bodendeckung und wenn dann doch einmal braune Spitzen und Blättchen stören, dann schneidet man hier gezielt oder „putzt“ mit der behandschuhten Hand.

Apropos: Es gibt tatsächlich Gärtner, die den Schnitt von Miscanthusgräsern häckseln und als Mulch im Erdbeerbeet verwenden – dies soll aufgrund der Schärfe der Halme gut gegen Schnecken helfen! Ohne Gewähr! Auch mit dem Laubrechen lassen sich Gräserbeete frühjahrsfit machen. Bodennahe Polstergräser werden nicht geschnitten und bei Seggen empfiehlt sich der Schnitt auch nur partiell.

Die meisten Gräser sind übrigens Spätzünder und entwickeln sich erst mit der Wärme gut. Das ist der Grund, warum es professionelle Gärtner gibt, die auf die Kultur in südlichen Ländern, z.B. in Portugal, setzen. Dort wachsen die Gräserpflanzen, die in wenigen Wochen hier angeboten werden, jetzt schon in warmer Sonne, mit dem Ergebnis, dass sie in viel größeren Topfmaßen und „fast erwachsen“ ins Gartencenter kommen.

Das macht es dem Gartenfreund einfach, sich im immer größer werdenden Sortiment zu orientieren und sich zu entscheiden. Er kann dann nämlich schon gut sehen, um was für ein Gras es sich handelt, welche Farbe es hat und welche Struktur.

Also next steps: Mit scharfer Schere ins Beet, um die sommergrünen Gräser eine Handbreit über dem Boden in Fasson zu bringen und gleichzeitig zu sehen, wo noch etwas gepflanzt werden will. (we/elegrass)(Fotos: elegrass)